Bienen-Völker sind wieder alle gesund

Bienen-Völker sind wieder alle gesund

Tierärztin: Verantwortungsvolle Imkerin hat einen namhaften Anteil an dem Erfolg

Neufahrn. Eine der gefährlichsten Bienen-Seuchen, die Amerikanische Faulbrut, ist in der Region um Neufahrn ausgerottet. Der Sperrbezirk, den das Landratsamt Landshut im Dezember 2017 verhängt hat, ist damit aufgehoben: Diesen Erfolg „verdanken wir dem umsichtigen Handeln einer verantwortungsvollen Imkerin vor Ort“, unterstreicht die Amtstierärztin Ursula Simma. Klinisch erkrankte Bienen-Völker wurden getötet, Bienenstände sind gereinigt und desinfiziert und mit Sporen befallene Völker sind saniert worden.

Die Veterinärin Simma vom Landratsamt Landshut hat mittlerweile profunde Erfahrungen gewonnen auf dem Gebiet der Bekämpfung von Seuchen-Herden der Amerikanischen Faulbrut: In einer ganzen Reihe von Gegenden des Landkreises Landshut hat die Seuche in den vergangenen Jahren zugeschlagen, an der ganze Bienenvölker zugrunde gehen.

Die Seuche, auch Bienen-Pest genannt, ist der Horror für Bienen und Imker: Sie befällt nicht die ausgewachsenen Bienen, sondern infiziert die Brut mit todbringenden Bakterien, was oft zum Aussterben ganzer Bienenvölker führt. Einen guten Schutz gegen die Bienen-Pest bieten Imker, die verantwortungsvoll arbeiten, grundlegende Hygieneregeln einhalten, häufiger die Waben tauschen und insgesamt ihre Bienenvölker pflegen, erläutert die Amtstierärztin. Aber auch dann könnten solche Bienen-Halter, zu denen die umsichtige Imkerin aus Neufahrn zähle, nicht absolut sicher sein, dass ihre Bienen nicht betroffen sind, führt die Expertin aus. Die Imkerin aus Neufahrn habe daher das einzig Richtige getan, ist die Veterinärin voll des Lobes: Als sie beunruhigende Beobachtungen in einem ihrer Bienen-Stöcke machte, informierte sie umgehend das Veterinäramt.

Nachbar-Kreis ist betroffen

Die Behörde richtete umgehend einen Sperrbezirk ein, der im April ausgeweitet worden ist und damit auch kleinere Gebiete im Nachbar- Landkreis Straubing-Bogen umfasste. In einem solchen Sperrbezirk gelten strenge Regeln für den Umgang mit Bienen: Bewegliche Bienenstände dürfen nicht mehr von ihrem Standort entfernt werden und es dürfen keine Bienen von außen in den Sperrbezirk gebracht werden.

Und vor allem beginnen Veterinäre damit, alle Bienenvölker und -stände zu überprüfen. Dutzende von Bienenvölkern hat die Amtstierärztin Ursula Simma in den Wochen nach der Seuchen-Meldung wiederholt untersucht. Sie hat wohl auch die Infektionsquelle entdeckt, von der aus die Bienenvölker jener Neufahrner Imkerin infiziert wurden, die rechtzeitig Alarm geschlagen und damit entscheidend mitgeholfen hat, eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Unter anderem hat die Veterinärin eine bewährte Methode angewandt ("Kunstschwarm-Verfahren"), um die mit der Faulbrut infizierten Neufahrner Bienenvölker zu sanieren.

Vorsicht bei Honiggläsern

Verbreitungswege für die Faulbrut gibt es leider viele; manchmal schaufeln sich völlig gesunde Bienenvölker selber das Grab: Infizierte Völker sind geschwächt - und werden zur leichten Beute von noch gesunden Völkern, die die geschwächten Artgenossen überfallen und ihnen den Honig wegstehlen, bevor sie selbst in den Todeskreislauf geraten.

Über Pressemitteilungen hat das Landratsamt Landshut daher Appelle in die breite öffentlichkeit gebracht, alte Honiggläser nicht einfach in Glas-Container zu werfen, sondern sie zuvor sorgfältig auszuwaschen oder anderweitig zu entsorgen. Der Grund: Die Honigreste können mit Faulbrutkeimen belastet sein, Bienen können sich damit infizieren. Nun finden sich im ehemaligen Sperrbezirk rund um Neufahrn nur noch gesunde Bienenvölker.

Autor: Elmar Stöttner, Landratsamt Landshut

 

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